Tuilerie

Das U-förmige Gebäude im Stadtzentrum heißt „La Tuilerie”. Nach dem Brand, der Saint-Maurice am 23. Februar 1693 heimgesucht hatte, empfahlen die Behörden, keine Schindeln mehr für Dächer zu verwenden, was zweifellos erklärt, warum Ende des 17. Jahrhunderts auf dem Grundstück ein „rafour” (aus dem Altfranzösischen „four à briques”, Ziegelofen) errichtet wurde. Um 1730 scheint sich dieser Ort zu einer richtigen Ziegelei gewandelt zu haben.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Joseph Hyacinthe Barman, der erste Walliser Diplomat im Dienste der Schweizerischen Eidgenossenschaft (er war Schweizer Minister in Paris), dieses Haus vom Architekten Henri Fraisse errichten (letzterer war auch für den Bau der Bäder von Lavey verantwortlich). Das Gebäude von Joseph-Hyacinthe Barman ist ebenso majestätisch wie von klassischer Schlichtheit geprägt.
Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach umgebaut, aufgestockt und um neue Gebäudeteile erweitert. Es wurde auch für verschiedene Zwecke genutzt. Am 7. September 1904 kauften die Schwestern der Nächstenliebe von La Roche-sur-Foron, die zuvor im Maison Panisset untergebracht waren, das Anwesen. Im Jahr 1905 verlegten sie dorthin ein Internat, eröffneten eine Hauswirtschaftsschule und fügten wenig später eine Handelsschule hinzu. Das Gebäude war damals als „Institut de La Tuilerie” oder „Pensionnat du Sacré-Coeur” bekannt. Es wurde schnell zu einem Ort der Bildung.

Das Gebäude wurde anschließend am 8. Juli 1983 an die Gemeinde Saint-Maurice verkauft. Ab 1987 wurden dort die beiden Zyklen für Jungen und Mädchen zusammengeführt. Diese Orientierungsstufe wurde Anfang der 2010er Jahre in das neue Gebäude verlegt.
Das Hauptgebäude wird heute von der Gemeindeverwaltung genutzt.









